Labyrinths of Love, "Paths of The Enigmatic," Tayfun Belgin, Director, Osthaus Museum Hagen
WEGE DES RÄTSELHAFTEN
Edward Bekkermann in Hagen
Das Osthaus Museum Hagen schätzt sich glücklich, eine Einzelausstellung des bedeutenden New Yorker Malers, Edward Bekkermann in seinen Räumen zu präsentieren. Der Künstler hatte unser Museum schon vor Jahren im Rahmen der Ausstellung „Russische Kunst heute. Sammlung Joseph Kiblitsky“ (2017/18) kennengelernt. Seine Werke erzielten in dieser Schau große Aufmerksamkeit, so dass der freundschaftliche Kontakt selbstverständlich weitergeführt wurde.
Heute haben wir das Glück, dass eine amerikanische Institution uns bei dieser Ausstellung mit großem Einsatz unterstützt hat, wofür wir selbstverständlich sehr dankbar sind. Alle Werke wurden aus New York nach Hagen spediert, beide Städte gehören unterschiedlichen Kontinenten an.
Edward Bekkermanns Kunst ist beeindruckend. Der Künstler hinterlässt in verschiedenen Bildfolgen Spuren, die bisweilen Rätsel aufgeben. Es sind zugleich diese rätselhaften Bildleistungen, die uns zu einer intensiven Beschäftigung anregen, ja gleichsam eine Diskussion einfordern. In unserer Ausstellung sind wichtige Beiträge aus nahezu allen Bildserien der letzten Jahre zu sehen, die in der Tat ihresgleichen suchen. Der Titel „Labyrinth of Love“, der dieser Ausstellung zugrunde liegt, mag allgemein als Bildprogramm für die Kunst Bekkermanns gelten. Sein Bildwollen ist geprägt von persönlicher Symbolik ebenso wie von einer universellen Motivik. Seine Engelsfiguren laden gerade dazu ein, zärtlich mit ihnen umzugehen, sie zu lieben und ihnen Gutes angedeihen zu lassen. Bisweilen schauen und Gesichter („Faces“) so an, als wollten sie in einen Dialog mit uns treten. Andererseits sind sie auch intensiv mit sich selbst beschäftigt.
Das Labyrintische wird extrem betont in den beiden Serien „Victories“ und „Spirit & Dreams“. Während in ersterer der Einblick in eine Art rundes Labyrinth gewährt wird, ist in letztgenannter das Wesen solch eines Irrgartens komplexer angelegt. Hier ist es augenscheinlich schwierig zu einem Entkommen zu gelangen, sind doch alle abstrakt dargestellten Wesen sehr dicht miteinander verwoben, so dass man, den griechischen Mythos aufgreifend, einen Ariadnefaden haben muss, um heil hinauszukommen. In diesen Werken sehen wir zugleich eine Koppelung von Mensch und Tier, bisweilen auch Wesen, die außerirdisch zu sein scheinen. Offenbar bestimmt das Unergründliche die Wesenshaftigkeit dieser Bilder. Insofern ist Labyrinth nicht nur aus produktionsästhetischer Hinsicht ein bildhaft-richtiger Titel, sondern auch bezüglich seiner Rezeption durch uns Betrachtende. Das Labyrinth ist unser symbolischer Schicksalsweg, es ist unsere Prüfung, letztlich unser Geheimnis. Unsere Kulturgeschichte kennt die Tradition des Labyrinths seit 5000 Jahren.
Bei einer ersten Begegnung in einer Ausstellung mit Bekkermanns Bildern wird man sofort gewahr, dass wir es mit einer exquisiten Qualität von Gemälden zu tun haben. Ausgehend von einem sehr persönlichen Stil, zeigen uns diese Werke eine Peinture, die sehr differenziert und raffiniert ausgeführt ist. Allein bei der Serie der „Hats“ sind diese auf den Köpfen der Dargestellten sitzenden Hüte uneinholbare Beispiele für ein Leuchten der Farben. Kein Hut ähnelt dem anderen, kein Farbauftrag wird wiederholt, die Hüte werden durch Farben und ein inneres Licht zum Scheinen gebracht – es gibt kaum Beispiele aus der Geschichte der Kunst für diese raffinierte Art der Farbgebung dieses Kopfschmucks.
So ließen sich viele Beispiel aus dem malerischen Schaffen Bekkermanns aufzählen, die diesen Maler als außergewöhnlichen Außenseiter definieren könnten. Es gilt daher Dank zu sagen an den Künstler selbst, dass wir seine Werke für einige Wochen genießen können. Sie werden definitiv ein Erlebnis für unser Augen sein. Joseph Kiblitsky danke ich sehr herzlich für seine Bereitschaft, uns Wege aufgezeigt zu haben, wie wir diese Ausstellung realisieren konnten. Er ist ebenfalls für den schön edierten Katalog zuständig gewesen. Allen, die am Zustandekommen dieser Ausstellung beteiligt waren, hierzu zählt selbstverständlich das Osthaus-Team, danke ich sehr herzlich und wünsche uns allen einen großen Publikumserfolg.
Tayfun Belgin
Direktor
Osthaus Museum Hagen
PATHS OF THE ENIGMATIC
Edward Bekkermann in Hagen
The Osthaus Museum Hagen considers itself fortunate to present a solo exhibition of the important New York painter, Edward Bekkermann in its rooms. The artist had already visited our museum years ago as part of the exhibition "Russian Art Today. Joseph Kiblitsky Collection" (2017/18). His works achieved great attention in this show, so that the friendly contact was naturally continued. Today we have the good fortune that an American institution has supported us with great effort in this exhibition, for which we are of course very grateful. All works were shipped from New York to Hagen, both cities belong to different continents.
Edward Bekkermann's art is impressive. The artist leaves traces in various sequences of pictures, which sometimes pose riddles. At the same time, it is these enigmatic pictorial achievements that stimulate us to an intensive engagement, indeed, as it were, to a discussion. In our exhibition, important contributions from almost all of the picture series of the last few years can be seen, which are indeed unparalleled. The title "Labyrinth of Love", on which this exhibition is based, may generally be regarded as a pictorial program for Bekkermann's art. His pictorial will is characterized by personal symbolism as well as by a universal motif. His angelic figures invite us to treat them tenderly, to love them and to do them good. At times, faces ("Faces") look at us as if they wanted to enter into a dialogue with us. On the other hand, they are also intensely preoccupied with themselves.
The labyrinthine is extremely emphasized in the two series "Victories" and "Spirit & Dreams". While in the former the insight into a kind of round labyrinth is given, in the latter the nature of such a maze is more complex. Here it is apparently difficult to escape, since all the abstractly depicted beings are very tightly interwoven, so that one must have an Ariadne's thread, taking up the Greek myth, in order to get out safely. In these works we see at the same time a coupling of man and animal, sometimes also beings that seem to be extraterrestrial. Apparently, the unfathomable determines the essence of these images. In this respect, Labyrinth is not only a pictorially correct title from a production-aesthetic point of view, but also with regard to its reception by us viewers. The labyrinth is our symbolic path of destiny, it is our test, ultimately our secret. Our cultural history knows the tradition of the labyrinth for 5000 years.
At a first encounter in an exhibition with Bekkermann's paintings, one immediately becomes aware that we are dealing with an exquisite quality of paintings. Starting from a very personal style, these works show us a peinture that is very sophisticated and refined. In the "Hats" series alone, these hats perched on the heads of the sitters are uncatchable examples of a glow of color. No hat resembles another, no color application is repeated, the hats are made to shine by colors and an inner light - there are hardly any examples from the history of art of this refined way of coloring this headdress.
Thus, many examples from Bekkermann's painterly work could be listed, which could define this painter as an extraordinary outsider. It is therefore necessary to say thanks to the artist himself that we can enjoy his works for a few weeks. They will definitely be an experience for our eyes. I would like to thank Joseph Kiblitsky very much for his willingness to show us ways to realize this exhibition. He has also been responsible for the beautifully edited catalog. I would like to sincerely thank all those who were involved in the realization of this exhibition, including of course the Osthaus team, and wish us all a great success with the public.
Tayfun Belgin
Director
Osthaus Museum Hagen